Röntgendiffraktometrie

Neben den klassischen abbildenden Techniken stellen die integralen Verfahren der Röntgenbeugungsanalyse eine wichtige Säule der Materialcharakterisierung dar. Durch sie sind insbesondere Informationen über die kristalline Struktur, die Phasenzusammensetzung, die Anwesenheit von amorphen Phasen sowie Gitterbaufehler zugänglich. Im Rahmen der Gefügeanalyse lassen sich Techniken der Röntgenbeugung zur Bestimmung wesentlicher Informationen verwenden. So lassen sich sowohl qualitativ als auch quantitativ Phasen und deren Anteile am Probenvolumen bestimmen. Davon ausgehend können weitere beugungsbasierte Verfahren zum Einsatz gebracht werden, die das Vorliegen bevorzugter Orientierungen von Kristalliten (Texturanalyse) bzw. die Existenz und Größe von herstellungs- oder einsatzbedingten Eigenspannungen (Eigenspannungsanalyse nach sin2(psi)-Methode) zugänglich machen. Die beiden Diffraktometer auf die wir zugreifen können sind mit vertikaler und horizontaler Goniometergeometrie sowie letztere mit einer Eulerwiege entsprechend komplementär ausgestattet um diese Vielzahl relevanter Untersuchungen leisten zu können. Zusätzlich verfügen sie über spezielle Optiken, die Messungen an Dünnschichten (Diffraktometrie unter streifendem Einfall und Röntgenreflektometrie mittels Göbel-Spiegel), lokale Analysen (mittels Monofaseroptik) und die Vermessung von Einkristallen (Rocking-Kurven und Reciprocal-Space-Mapping) ermöglichen. Weiterhin liegt eine Hochtemperaturkammer vor, die zur Phasenanalyse von Proben unter Vakuum oder Schutzgasatmosphäre bei Temperaturen bis zu 1200°C verwendet wird.


 


Zuletzt geändert am 11. April, 2011